Hans Stuck Bergkönig und Rennlegende.

„Bergkönig“ Hans Stuck und seine Rennwägen aus dem Hause Austro Daimler

Der ADM-R Rennwagen und der ADM-R „Torpedo“ (1929) jetzt im fahr(T)raum

Wer auch immer sich mit dem Automobil-Rennsport des letzten Jahrhunderts befasst, kommt an einem Namen nicht vorbei: Hans Stuck (1900-1978). Der Bayer startete seine Karriere eher bescheiden als Milchauslieferer, bei dem der Legende nach die Milch aufgrund seiner rasanten Fahrt sogar zu Butter wurde.

Hans Stuck bei Austro Daimler

ADM-R Stuck Rennwagen

ADM-R „Stuck Rennwagen“, BJ. 1927 © fahr(T)raum

Als Rennfahrer fuhr er zunächst mit einem selbst modifizierten Wagen. Nach dem Vertrag mit Austro Daimler 1927 wurde er zu dessen berühmtesten Fahrer. Auf Bergstrecken galt Hans Stuck als beinahe unbesiegbar, besonders mit dem ADM-R Stuck Rennwagen, den er in seinen Memoiren als „Windhund“ bezeichnet. Als Grundlage dieses Wagens diente der ADM III Sport, wobei der ADM-R Rennwagen leichter und leistungsfähiger war sowie über eine Sportwagenkarosserie und ein übergroßes Lenkrad verfügte. Zwischen 1927 und 1930 fuhr der „Bergkönig“ mit diesem Wagen 46 Siege mit 41 Tagesbestzeiten bei Bergrennen ein. 1929 schaffte er bei der „1. Internationalen St. Moritzer Automobilwoche“ mit dem Höhepunkt des Bernina Bergrennens den ersten Platz mit einem Streckenrekord von 14:58:04 (Durchschnittsgeschwindigkeit 66,4 km/h). 1930 gewann er sogar die Europa-Bergmeisterschaft.

Als Privatwagen fuhr die Rennlegende Hans Stuck einen ADM-R mit Kotflügeln aus dem Jahr 1929 – den „Torpedo“. Ein Hingucker aufgrund seiner Holzkarosserie und mit einem von Ingenieur Karl Rabe entwickelten 120 PS-Aluminium-Pleuel-Motor mit besonders hohem Drehmoment ausgestattet. Von diesem Wagen wurden nur zwei Stück gebaut.

Mit dem Rückzug von Austro-Daimler aus dem Motorsport 1930, wechselte Hans Stuck zu Mercedes Benz.

Stuck beim Bernina Bergrennen

2019, 90 Jahre nach dem ersten Bernina Gran Turismo, fand erneut ein Bergrennen auf der berühmten Strecke – nun natürlich asphaltiert und kürzer – statt. Dieses Mal war Stucks Sohn Hans Joachim „Striezel“ Stuck, auch Rennfahrer, mit dabei. Das Oldtimer-Museum fahr(T)raum schickte ihn ins Rennen mit dem originalen Siegerwagen von 1929. Seine Zeit von 5:15:56 konnte sich sehen lassen. Schneller war nur Ronnie Kessel im Ex-F1-Rennwagen von Clay Regazzoni, dem Ensign aus dem Jahre 1976.

 

Den ADM-R Stuck Rennwagen sowie den „Torpedo“ können Sie in den Ferdinand Porsche Erlebniswelten in Mattsee bei Salzburg besichtigen. Hintergründe zu Stucks Leben und Renngeschichte erfahren Sie ebenfalls in der Oldtimer-Ausstellung im fahr(T)raum.

 

Joachim "Striezel" Stuck mit unserem Stuckwagen beim Bernina Bergrennen.

Joachim „Striezel“ Stuck mit unserem Stuckwagen beim © Bernina Bergrennen / Leica.

AD-R 6 Sport „Torpedo“ Stuck Privat Wagen, BJ. 1929 © fahr(T)raum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

https://www.zwischengas.com/de/HR/rennberichte/Bernina-Gran-Turismo-2019.html

https://www.engadinerpost.ch/2019/09/23/Der-Kreis-schliesst-sich-90-Jahre-spaeter

Autorevue Premium Nr. 15

Bildnachweis

Bild 1, 2, & 4 fahr(T)raum Archiv

Bild 3 Joachim Stuck © Bernina Bergrennen / Leica

 

Das könnte Sie auch interessieren:


Ferdinand Porsche bei Steyr: Genialer Zwischenstopp

Nach seiner Karriere als Technischer Direktor bei der Österreichischen Daimler-Motoren-Gesellschaft Austro Daimler in Wiener Neustadt von 1906 bis 1923 zeichnete Ferdinand Porsche als Vorstandsmitglied sowie Konstruktionsleiter bei der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Stuttgart verantwortlich. Nach einer Fusion mit Benz & Cie zur Daimler-Benz-AG im Jahr 1926 war Porsches firmeninterne Position geschwächt. Er verließ das Unternehmen 1929 aufgrund […]

3. Motorrad Classic Sonderschau – Beiwägen ab 1926

Ab 1. Oktober startet im fahr(T)raum Mattsee bereits zum dritten Mal die Motorrad Classic Sonderschau – dieses Jahr unter dem Titel „Rechts oder Links … und um die ganze Welt“. Gezeigt werden insgesamt 15 historische Motorrad-Gespanne der Baujahre 1925 bis 1960, u.a. eine Royal Enfield 1000 mit Sport-Beiwagen aus dem Jahr 1926, eine BMW R50 […]

Ein Porsche-Schlepper für Brasilien – der P 312

Ferdinand Porsche konstruierte nicht nur Rennwagen, er trug auch maßgeblich zur Mechanisierung der Landwirtschaft bei, u.a. durch die Entwicklung des „Volksschleppers“ ab 1944 und dessen Weiterentwicklungen zum universell einsetzbaren Traktor AP-17 („System Porsche“) mit der Firma Allgaier. Besonders der knallorange P 312 – der „Brasilianer-Schlepper“ – für den Einsatz auf Kaffee- und Zuckerrohr-Plantagen ist mit […]